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Start Triathlon Der Triathlet – Ein Vernunftwesen

Der Triathlet – Ein Vernunftwesen

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von Thomas Haltmeier:

Erfolg und Misserfolg trennt im Sport oft nur ein schmaler Grad. Innerhalb weniger Tage durfte ich das am eigenen Leib erfahren. Hier eine kleine, etwas andere Triathlon-(Leidens-)Geschichte.

Am 29.07. stand der Triathlon der Sportfabrik Rudelzhausen an. Für mich als alter Sportfabrikler praktisch eine Pflichtveranstaltung und die beste Leistungsdiagnostik, die ich mir vorstellen kann. Kaum ein anderer Triathlon den ich kenne hat seit 10 Jahren einen unveränderten Streckenverlauf. Natürlich machen die Witterungsverhältnisse die Leistung nicht immer auf die Sekunde vergleichbar, aber im Training ist auch nicht jeder Tag wie der andere. So konnte ich mich seit meiner ersten Teilnahme 2008 um über 7 Minuten steigern. In diesem Jahr war mit 1:16:54 sogar der Streckenrekord fällig. Über diesen Erfolg habe ich mich super gefreut, da die alten Bestzeiten aus dem Jahr 2003 (Peter Tietz) und 2008 (Michael Klement) von gestandenen Triathleten aufgestellt wurden. Noch dazu bestand mein Vorbereitungsprogramm aus genau einem Ruhetag. Wann war gleich wieder meine letzte Ruhewoche???

Zum Wettkampfverlauf: Das Schwimmen über 400m im 25m-Becken verlief mit 5:58s erstaunlich entspannt. Was mir im Becken scheinbar noch relativ einfach von der Hand geht, will im Freiwasser leider nach wie vor nicht so richtig funktionieren. Claudius Stanski, der direkt neben mir startete, zeigte mit seinen gerade mal 15 Lenzen, wie ein gelernter Schwimmer das angeht und stieg 14s vor mir aus dem Wasser. Ein Schelm wär gedacht hätte, dass ich nach dem Schwimmen schon mal den Sekt in die Radflaschen hätte füllen können. Ca. 10km brauchte ich um Claudius einzuholen und nach 3-4 Attacken zu überholen. Selbst nachdem ich gemerkt hatte, dass ich mich endgültig abgesetzt hatte, konnte ich nicht rausnehmen, da ein in diesem Jahr besonders starker Andreas Klinger zwei Startgruppen vor mir gestartet war und ich nicht wusste, wie gut sich Andi von der Challenge Roth 3 Wochen zuvor erholt hatte. Groß trödeln hätte ich jedenfalls nicht dürfen, da Andi mit 1:18:50 die zweitschnellste Zeit des Tages erzielte. Wahrscheinlich wäre der gesamte Rennverlauf sogar ein anderer gewesen, wenn wir zusammen in einer Startgruppe gestartet hätten. Das Laufen ging zeitlich gesehen auch ganz gut, obwohl ich nicht gerade einen Sahne-Tag im Laufen erwischt hatte. Alles in allem war ich super zufrieden. Claudius als 3. und Michael Klement (in diesem Jahr durch Hausbau zeitlich gehandicapt) als 4. komplettierten das aus TSV Mainburg-Sicht tolle Ergebnis.

Soweit war ja alles super gelaufen und euphorisiert durch das tolle Ergebnis ging es ohne Pause gleich ordentlich weiter. Da so eine etwas längere Sprintdistanz einen Triathleten nicht gleich vom Hocker reißt und ich zu der Tageszeit am Sonntag normal gerade so aus dem Bett falle, nutzte ich den verbliebenen Vormittag und schoss auf dem Nachhauseweg nochmal schnell im Fitnessstudio vorbei. Meine Mitgliedschaft scheint sich in den Sommermonaten eh nicht so richtig auszuzahlen und wenn man dann schonmal drin ist, macht man auch keine halben Sachen. Den folgenden Muskelkater in den Beinen merkte ich noch am Donnerstag! Wahrscheinlich beschleunigte das übliche „Rad-Battle“ der TSV-Radler am Dienstag über 70km, das Kraftausdauer-Training über 50km knapp unter GA2 am Mittwoch und der durch die Erschöpfung bereits von 10km auf 6,5km verkürzte GA2-Lauf (+ 4km aus-und einlaufen) am Freitag die Regeneration auch nicht wesentlich. Ach ja, das Schwimmen am Montag und Donnerstag über jeweils ca. 3-4km kann man auch nicht gerade als Tapering bezeichnen.

So machte ich mich heute (eine Woche nach dem Sportfabrik-Triathlon) auf nach Regensburg zu einem weiteren Vorbereitungswettkampf, um den Motor über die Olympische Distanz nochmal richtig freizublasen. Immerhin hatte ich ja wieder einen ganzen Ruhetag eingelegt. Was am Ende dabei raus kam war eine richtig schöne Vernunft-Watschn (hochdeutsch: Klatsche). Das mein Schwimmen im Freiwasser im Grundlagenbereich abläuft (auch wenn es sich nicht so anfühlt!) bin ich ja gewohnt und so hatte ich beim Schwimmaustieg ca. 25Minuten auf dem Tacho. Das ich dann aber beim Radfahren im GA1-Bereich bleibe und mich null belasten kann, ließ mich schon auf dem Rad ins grübeln kommen, ob ich denn was falsch gemacht habe. 35,5km/h standen nach dem Rad auf dem Tacho. 3km/h langsamer als bei meiner Mitteldistanz (beinahe doppelte Raddistanz!) in Ingolstadt. Das Laufen habe ich mir dann gleich ganz geschenkt. Das ich 10 Kilometer laufen kann, brauche ich mir nicht zu beweisen. Mehr als GA1-Tempo wäre wohl auch hier nicht drin gewesen. Daher war selbst ich so vernünftig, mich nicht noch weiter kaputt zu machen und eine Ruhewoche einzuläuten. Der Stachel saß und sitzt natürlich ganz schön tief, wenn man die ersten Triathleten so an sich vorbeiziehen sieht. Die Steaksemmel im Schatten (es hatte bestimmt knapp 30°C) linderte den Schmerz dann aber ein gutes Stück ;-)

Nach der Ruhewoche stehen dann noch ca. 10 Belastungstage an. Gefolgt von einem ausreichend (!) langen Taperingsphase für die Challenge Walchsee am 02.09.. Nach der Mitteldistanz lasse ich dann Gott wieder für einige Monate einen guten Mann sein und trainiere nach Lust und Laune und hoffentlich auch mit mehr Vernunft.