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Start Triathlon Über Schweden nach Hawaii

Über Schweden nach Hawaii

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Neben den für den deutschen Triathleten naheliegenden Langdistanzrennen etwa in Frankfurt oder Roth oder auch im österreichischen Klagenfurt, gibt es schon seit vielen Jahren weltweit etliche andere reizvolle Kurse, auf denen zudem auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii möglich ist. So darf sich seit 2012 auch der traditionsreiche Triathlon in Kalmar in Schweden offiziell Ironman nennen, bei dem 50 heißbegehrte Startplätze an die besten Athleten der einzelnen Altersklassen vergeben werden.
Morgens um 7.00 Uhr stellte sich Hans Schmid erstmals dieser Herausforderung. Nach dem Abspielen der schwedischen Nationalhymne und versehen mit der vollen Dröhnung von David Guetta mit „Lovers on the Sun“ stürzte er sich mit der Meute ins Wasser.
Hier stellte sich nicht die Frage, ob man einen Neoprenanzug tragen darf oder nicht. Beim Schwimmen in der Baltischen Ostsee ist es Pflicht für jeden Teilnehmer, um in diesem rauen und kühlen Gewässer zu bestehen. Da Hans‘ Erfahrung sich überwiegend auf das 24 Grad warme Wasser im Mainburger Freibad gründete und sich da nach einer Stunde schon leichte Frostbeulen zeigten, legte er dagegen keinen Einspruch ein. Von den Quallen und dem Seegang ganz zu schweigen, die es in heimischen Gewässern auch nicht gibt. So war er froh, dass alles reibungslos ablief und die erste Disziplin bereits nach etwas mehr als einer Stunde beendet war.
Weiter ging es auf dem Rad über die sechs Kilometer lange Ölandbrücke auf die gleichnamige Insel Öland. Auf der flachen aber sehr windigen Radstrecke war es wichtig, sich so klein wie möglich zu machen, um dem Wind wenig Angriffsfläche zu bieten. Viel Druck auf den Pedalen führt nicht nur zu einer schnellen Zeit, in diesem Fall 5:02 Stunden für 180 Kilometer, sondern hat durchaus auch andere Vorteile. Als es später nämlich erst so richtig lustig wurde mit Platzregen und heftigen Windböen, stand Hans‘ aufgemotzter Drahtesel zu dessen „Bedauern“ schon wieder in der Wechselzone und er war bereits beim Laufen.
Die dritte Disziplin, der Marathon, bestand aus drei Runden mit jeweils etwa 14 Kilometern, die immer wieder durch die wunderschöne Hafenstadt Kalmar führten. Souverän spulte unser Vorzeigeathlet trotz ungemütlicher äußerer Bedingungen sein Pensum ab. Nach einer Laufzeit von 3:30 Stunden erreichte er dann endlich die ersehnte Zielgerade.
Zu diesem Zeitpunkt wusste er allerdings noch nicht, ob seine Platzierung für die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft auf Hawaii ausreichen würde. Aber es dauerte nicht lange, bis sein Sohn und größter Fan Felix die Information aus dem Internet erhielt, dass Hans als Viertplatzierter in seiner Altersklasse einen Startplatz ganz sicher hätte. Nun war die Freude natürlich riesengroß, zum zweiten Mal nach 2009 bei der Ironman-Weltmeisterschaft dabei zu sein und mit den besten Triathleten der Welt einen unvergesslichen Wettkampf zu bestreiten. Das ist zweifellos das Größte was man als Hobbysportler in dieser Sportart erreichen kann.

In Zahlen ausgedrückt belegte Hans mit der Endzeit von 9:40 Stunden den 64. Gesamtrang von 2346 Athleten aus 47 unterschiedlichen Ländern, darunter 32 Profitriathleten.

Die Ziele für den bereits in sieben Wochen stattfindenden Wettkampf dürften aufgrund der nun erforderlichen Wochen der Regeneration eher bescheiden sein. So möchte sich Hans einfach nur darüber freuen dabei zu sein und die Ziellinie nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen mit einem Lachen im Gesicht überqueren.
Das wunderschöne Schweden mit seinen außerordentlich freundlichen Menschen beeindruckten Hans sehr, so dass er diesen Wettkampf immer in sehr guter Erinnerung behalten wird. Die Gastgeberregion und Öland in Südschweden sind absolut begeistert von diesem Sportevent. So hielt der Bürgermeister der Stadt Kalmar bei der Eröffnungsfeier eine Rede, in der er betonte, wie glücklich und stolz er sei, einen so großartigen Wettkampf in dieser Region zu haben. Ab den frühen Morgenstunden saßen die Schweden vom Kleinkind bis zu Großmutter neben der Wettkampfstrecke. Ausgerüstet mit Gartenstühlen, Grillzeug und diversen Getränken wurde wirklich jeder Athlet, unabhängig von der Nationalität, frenetisch angefeuert. Sogar als das Wetter sich deutlich verschlechterte, schienen die Menschen nicht weniger zu werden.